WARNUNG – Dubiose GPS Briefmarken in italienischen Kiosken

Während unseres kurzen Aufenthaltes in Venedig wollten wir an einem der vielen Kiosk nur kurz zwei Postkarten und entsprechende italienische Briefmarken kaufen. Hier erlebten leider eine teure Überraschung. Wir waren uns zwar bewusst, dass wir mit 1 EUR pro Stück bereits recht teure Postkarten ausgewählt hatten, allerdings verlangte der Kassierer im Tabacchi inklusive Briefmarken 4,40 EUR (!) für zwei Karten. Tabacchi sind italienische Tabakläden, meist gekennzeichnet mit einem schwarzen T-Symbol. Für gewöhnlich kosten Briefmarken für Europa in Italien nur 85 Cent Porto und keine 1,20 EUR. Erst nach dem Kauf eröffnete uns der Kassierer zudem, dass wir die Karten nach dem Schreiben in einen seltsamen schwarzen Briefkasten in seinem Kiosk oder irgendeinem anderen Tabacchi in Venedig einwerfen müssten. Die gewöhnlichen roten Briefkästen der italienischen Post darf man nicht verwenden.

Tabacchi Schild in Italien

Postservice der Tabacchi

Da wir nur wenige Stunden in Venedig verbrachten, hatten wir eigentlich nicht vor, unsere Karten noch vor Ort zu schreiben. Wieder auf der Straße betrachteten wir die Briefmarken etwas genauer. Darauf stand lediglich “GPS”, kein Preis oder ähnliches. Laut Aufschrift auf den schwarzen Briefkästen handelt es sich wohl um einen eigenen Postservice der Tabacchi. Dabei wird auch noch mit dem Spruch “We take care of your postcards” – oder so ähnlich – geworben. GPS hat dabei allerdings nichts mit den bekannten Navigationssatelliten oder dem amerikanischen “Global Postal Service” zu tun, welchen man findet, wenn man nach GPS Post sucht. Alles etwas dubios…

Wir hatten kurz überlegt, die Marken zurückzugeben, haben dann aber doch schnell die Karten geschrieben und noch im gleichen Kiosk eingeworfen und uns später nichts weiter dabei gedacht. Als jedoch im Laufe unseres vierwöchigen Urlaubs einige Karten vom Gardasee (dort waren wir einen Tag vor Venedig) bereits bei unseren Freunden eintrafen, aber aus Venedig auch nach zwei Wochen noch keine Karte in Deutschland angekommen war, begannen wir uns Sorgen zu machen und zu recherchieren.

Abzocke auch in Rom und San Gimignano

Vorher sind wir allerdings auch in Rom ins gleiche Fettnäpfchen getreten und haben dort leider noch vier weitere Postkarten dem ominösen GPS-System übergeben… Sollten diese Karten nicht ankommen, wäre es besonders traurig, da sie direkt vom Gipfel des Vesuvs stammten und dort abgestempelt wurden. 🙂

Die Recherche im Internet ergab lediglich einen – allerdings sehr guten – Treffer im Forum Roma-antiqua, wo eine Nutzerin ähnliche Erfahrungen wie wir schildert. Anscheinend werden die Postkarten über Umwege nach Rom transportiert und dort umfrankiert (siehe Update weiter unten – unsere wurden nicht umfrankiert). Die teuren 1,20 € GPS-Aufkleber werden wohl wieder entfernt, durch gewöhnliche italienische 0,85 € Briefmarken ersetzt und ganz normal mit der Post losgeschickt. Die Kiosk-Besitzer oder GPS-Betreiber verdienen dann vermutlich zusätzlich zum Verkauf der Postkarten etwa 0,35 € an jeder Briefmarke. Dort wird auch von schwarzen Briefkästen in San Gimignano berichtet.

Das wäre alles nicht so schlimm, wenn die Postkarten ja wenigstens ankommen würden. Wir haben unsere Karten in Venedig am 7.9. und im Rom am 15.9. losgeschickt und bis heute (04.10.) ist leider noch keine angekommen. In derselben Zeit hat es sogar eine normale Postkarte aus dem Vatikan ohne Probleme bis nach Sao Paulo in Brasilien geschafft.

Wir würden daher empfehlen in Italien auf Nummer sicher zu gehen und Briefmarken ausschließlich in offiziellen Postämtern (ufficio postale) oder zumindest nicht in Tabacchi’s zu kaufen und dabei gleichzeitig Geld zu sparen.

UPDATE:

Unsere Postkarten aus Rom (Vesuv) sind  endlich angekommen. Etwa einen Monat bzw. 5 Wochen nach Absendung, während Postkarten mit der offiziellen Post etwa 2-3 Tage benötigt haben.
Die Postkarten hatten sogar noch die Original GPS-Briefmarken. Wir haben keine Ahnung, wie sie den Weg nach Deutschland gefunden haben und wo sie so lange verschollen waren, aber sind froh, dass sie immerhin angekommen sind. 🙂

GPS Briefmarke ohne gesonderten Poststempel nach 5 Wochen angekommen. (Der Stempel stammt übrigens von der Spitze des Vesuv)

GPS Briefmarke ohne gesonderten Poststempel nach 5 Wochen angekommen. (Der Stempel stammt übrigens von der Spitze des Vesuv)

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Sonstige Tipps zu Postkarten in Italien:

  • der kleine Vatikan hat ein eigenes Postamt mit eigenen Briefmarken und Stempeln
  • auf dem Dach des Petersdom befindet sich (neben einer Toilette) ein Souvenir-Shop mit eigenem Briefkasten 😉
  • Die Kioske auf dem Vesuv stempeln dort gekaufte Postkarten ab, um zu zeigen, dass man wirklich auf dem Vesuv war.

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11 responses to “WARNUNG – Dubiose GPS Briefmarken in italienischen Kiosken

  1. bzdig

    Reine Abzocke! Aus unser Sizilienreise habe ich über 15 Postkarten mit dem GPS an Freunde und Bekannte in Deutschland und anderen Ländern verschickt. Das sind schon mindestens 3 Wochen her und auf meine Anfragen kommt immer die Antwort: “Your postcard is in transit to our facility”. Ich kann nur eins sagen: Avoid GPS!

  2. Anja

    Leider sind auch wir auf diesen Anbieter hereingefallen. Uns wurden in einem Tabak-/Postkartenshop diese Briefmarken ohne weitere Informationen verkauft. Wir wussten nicht, dass man die Karten überhaupt nur in den GPS-Briefkasten werfen darf. Über 20 Briefmarken haben ein Vermögen gekostet und lediglich 5 oder 6 Postkarten sind angekommen. Wir haben dann Kontakt zu GPS aufgenommen, die alle Tracking-Nummern haben wollten und die Sache prüfen wollten, denn der Service sollte eigentlich auch funktionieren, wenn man die Postkarten versehentlich in den falschen Briefkasten geworfen hat. Dabei ist es dann geblieben, wir bekamen keine weiteren Informationen, was mit den Postkarten geschehen ist.

  3. Kretzschmar , Marion

    Ich habe vor 4 Wochen in Lido di Jesolo 20 Ansichtskarten mit roten friend post Briefmarken frankiert in die gelben postcard boxen eingesteckt, davon ist bis jetzt keine einzige Karte in Deutschland eingetroffen.
    Die 5 Ansichtskarten für 99 Cent mit weißen Briefmarken der italienischen Post frankiert erreichten innerhalb von 2 Tagen Deutschland.
    Friend post ist eine mafiöse Firma.

  4. Eckelsberger Eva

    Waren vor 4 Wochen in Arezzo und haben Florenz besucht, die Karten (GPS) sind bis heute nicht angekommen–ich ärgere mich sehr!Haben mich beim Kauf der Briefmarken schon gewundert dass da GPS drauf steht,doch der Verkäufer sagte :It`s o.k !
    Der Betrug lauert überall, eine traurige Tatsache !

  5. Tanja

    es mag ja offiziell sein, aber der letzte Schrott. Von 7 Postkarten kam 3 nach 3 Wochen an und die restlichen nach Sage und Schreibe 7 Wochen. Sorry aber GPS Mail braucht kein Mensch. Total überteuert und der letzte Schrott. Lieber wieder bei der normalen Post Briefmarken kaufen und ab damit in den Briefkasten… das war bisher immer schneller und es kam auch alles an.

  6. Jojo

    Google hat mich hierher geführt nachdem ich ebenfalls in die Fall getappt bin und recherchieren wollte auf was ich da reingefallen bin: Zunächst habe ich es in einem Tabacchi auf Sardinien 2x versucht. Nie waren Briefmarken verfügbar. An der Stelle dachte ich mir schon, wie schwer es eigentlich sein kann, in Italien Briefmarken zu bekommen!? Eine angesteuerte italienische Post hatte um 15 Uhr schon zu und hätte später auch nicht mehr geöffnet. Die Öffnungszeiten der Post sind echt alles andere als alltagstauglich.
    Angekommen auf dem Festland sind wir dann nochmal in Livorno, auf Briefmarken-Suche gegangen (ein Graus!). Eigentlich wollte ich in einer italienischen Post in Livorno nochmal mein Glück versuchen und stinknormale Briefmarken kaufen (Vendette francobolli? Und dabei hatte ich die Postkarten in der Hand). Allerdings hat mich die Dame in der Post in Livorno darauf hingewiesen, dass ich bei ihr keine bekäme (!!!!) und in einen Tabacchi um die Ecke gehen soll. Ich verstand ehrlich gesagt die Welt nicht mehr. Ich wollte Briefmarken kaufen – keine Doktorarbeit schreiben. Vielleicht gehörte der Tabacchi ihrer eigenen “Famiglia”…wer weiß. In dem empfohlenen Tabacchi habe ich dann endlich Briefmarken bekommen. Wow. In der Eile und Erleichterung endlich Briefmarken bekommen zu haben, habe ich erst beim Hinausgehen bemerkt, dass mir hier i-was seltsames und keine normalen Briefmarken verkauft wurden. Was für ein Mist und welch Touristenverarsche! Eine Frechheit sondersgleichen die sowas von verboten werden müsste: das beworbene GPS-Tracking hat a) nicht funktioniert und b) haben die Karten statt 3-4 Tagen knapp mehr als DREI WOCHEN benötigt. Man zahlt quasi mehr und bekommt deutlich weniger. Das Modell funktioniert wohl bloß auf dem Prinzip der Touristen-Verarsche. Naja… das war das letzte Mal dass ich Postkarten in Italien verschickt habe.

  7. Debe

    Erstens der Preis von € 1.30 sollte schon stutzig machen. Zweitens das fehlerhafte Englisch auf der GPS Website und drittens die Unmöglichkeit einen Gips Brifkasten in Rom zu lokalisieren. Die Map Funktion auf der Website ist absolut unbrauchbar!
    Habe die gps Briefmarken schlussendlich mit den staatlichen 85 ct Briefmarken überklebt…sic!

  8. Auch ich habe vergangene Woche in Stresa am Lago solche Briefmarken von Friend Post gekauft. Als ich dies später bemerkte, ging ich nochmal ins Geschäft zurück, wo man mir versicherte auch in anderen Orten entlang des Lago Maggiore die kleinen weißen Briefkästen zu finden. Aber leider Fehlanzeige, in ganz Cannobbio kein weißer, aber dafür 4 rote Briefkästen von der ital. Post. Postargentur war leider schon geschlossen. Die Dame am Hotelempfang hat mir angeboten die Post wegzubringen und ich habe ihr nochmals 85 cent pro Karte bezahlt. Hoffe nun sehr, dass dies auch geklappt hat. Aber auf jeden Fall Finger weg von diesen Briefmarken, die mit 1,20€ mehr als überteuert sind.

  9. Andreas Reichle

    Auch mir wurden diese dubiosen Briefmarken untergejubelt.
    Im Laden auf dem Campingplatz Jesolo International, der den Ruf hat einer der besten in IT zu sein.
    Aber für den Nepp am Touristen ist man sich in Italien wohl nirgends zu schade…
    Die Karten sind seit 4 Wochen unterwegs und das GPS-Tracking, das angepriesen wird funktioniert gar nicht.
    In Zukunft werden selbstgestaltete Karten mit der App der DEUTSCHEN Post verschickt. Keine Lust den Abzockern das Geld in den Rachen zu werfen und an 100 Stellen um richtige Briefmarken zu betteln…

  10. Erika

    Ich habe am 20.09.2017 ca. 40 Ansichtskarten in einen roten Briefkasten in Sizilien eingeworfen. Davon sind die 10 Stück mit einer Briefmarke “Italia” nach einer Woche eingetroffen. Die anderen mit GPS bis heute noch nicht. Leider hat uns unsere Reiseleiterin den Unterschied nicht erklärt. Ich gebe die Hoffnung auf eine späte Zustellung nicht auf. Man lernt immer dazu.

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